Vogelbeobachtung in der Umgebung von Totonicapán. San Miguel
Totonicapán liegt 2500 m hoch im vulkanischen Hochland im Westen Guatemalas.
Der Stadt wurde vom internationalen Tourismus bisher wenig Beachtung geschenkt.
Die Landschaft ist geprägt von Maisfeldern, indianischen Dörfern
und Koniferenwäldern, mit verschiedene Kiefernarten (Pinus spp.),
Zypressen (Cupressus lucitanicus) und Guatemalatannen (Abies
guatemalensis). In feuchten Tälern ist der Wald gemischt mit Laubbäumen
(Eichen, Erlen). Im Gebiet leben mehrere endemische Arten des nördlichen
Mittelamerikas.
Im Wald verrät bald ein ch-lip Ruf die Anwesenheit des Rosenwaldsängers
(Ergaticus versicolor), eine endemische Art des Berglandes von Guatemala
und Chiapas. Auch wer nicht mit dem Ruf vertraut ist, wird diesen Waldsänger
leicht entdecken da er sich nicht nur in Kronenschicht bewegt, sondern auch
im Unterwuchs des Waldes. Die Art ist lokal recht häufig im vulkanischen
Hochland Guatemalas und man muss keinen Vulkan ersteigen um diesen Vogel zu
sehen. Auf einer Morgenexkursion im Koniferenwald von Totonicapán im
September 2007 haben wir mindestens 15 Rosenwaldsänger beobachtet. In
jeder gemischten Vogelgruppe waren ein bis drei Rosenwaldsänger zusammen
mit Townsend- (Dendroica townsendi), Einsiedel-
(Dendroica occidentalis), Mönchs- (Wilsonia
pusilla), Trug- (Peucedramus taeniatus), Goldstreif-
(Basileuterus belli) und Schmuckwaldsänger
(Parula superciliosa), sowie Huttonvireo (Vireo
huttoni), Indianergoldhähnchen (Regulus satrapa),
Andenbaumläufer (Certhia americana), und Fleckscheitel-Baumsteiger
(Lepidocolaptes affinis).
Neben Rosenwaldsängern haben mehrere andere regional endemische Arten während unserer Tagesexkursion in den Koniferenwald von Totonicapán beobachtet. Rostbrauenzaunkönig (Troglodytes rufociliatus) und Rotnackendrossel (Turdus rufitorques) waren häufig, einige Kappenschwalben (Notiochelidon pileata) flogen vorbei. Außerdem hörten wir Tränenwachteln (Cyrtonyx ocellatus).
Im Unterwuchs des Waldes haben wir Braunkopf-Buschammer (Buarremon brunneinucha), Rotrückenjunco (Junco phaenotus), Rötelgrundammer (Pipilo maculatus) und Bergmusendrossel (Catharus frantzii) entdeckt. Aus der ferne hörten wir Singwachteln (Dactylortyx thoracicus). Die häufigsten Kolibriarten waren Amethystkehlnymphe (Lampornis amethystinus) und Weißohrsaphir (Hylocharis leucotis). Mehrer Gruppen von Grauseidenschnäppern (Ptilogonys cinereus), Rothalsseglern (Streptoprocne rutila) und Graubauchseglern (Chaetura vauxi) flogen vorbei. Diademhähere (Cyanocitta stelleri) zogen in lärmenden Gruppen durch den Wald.
Der Wald von Totonicapán bedeckt eine Flache von 16.000 ha und ist
einer der größten Koniferenwälder Guatemalas. Der größte
Teil ist Gemeindewald und einige angrenzende Flächen sind in Privatbesitz.
Unterkunft: San Miguel Totonicapán ist die Hauptstadt der Provinz Totonicapán. Die Stadt ist erreichbar über die Panamericana-Straße. Mehrere Hotels sind verfügbar in der Stadt. Wer auf Camping vorbereitet ist, kann auch in Hütten des Sendero El Aprisco, direkt am Waldrand übernachten. Zur Reservierung einer Übernachtung sowie eines Guides treten Sie in Kontakt mit David Castanuj, Projekt Sendero El Aprisco: E-mail: sendero (at) cdro.org; dcanastuj (at) itelgua.com; Tel.: (502) 5355-0280.
Die beste Zeit für einen Besuch in Totonicapán:
Ganzjährig.
Wie Sie Naturschutz in Totonicapán unterstützen:
Durch Ihren Besuch im Wald von Totonicapán unterstützen die Entwicklung
einer nachhaltigen Waldnutzung, alternativ zur Holz- und Feuerholznutzung.