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| Am Río Ik'bolay - dem "Schlangenfluss". Foto/©: Knut Eisermann. |
Vogelbeobachtung in Rocjá Pomtilá. Rocjá Pomtilá ist ein entfernt gelegenes Maya Q'eqchi' Dorf, welches ein eigenes Regenwaldreservat unterhält. Die Gemeinde liegt in der Pufferzone des Laguna Lachuá Nationalparks, am Ufer des Río Ik'bolay, was in der Maya Q'eqchi' Sprache soviel heißt wie Schlangenfluss.
Lassen Sie sich zum Wiedergeburtsort dieses Flusses, dessen Charakter schon mit dem des oberen Orinoko verglichen wurde, entführen. Dort sprudelt das Wasser in Karstquellen wieder ans Tageslicht, nachdem der Fluss 400 m unterirdisch zurückgelegt hat. Zur Regenzeit entstehen durch den enormen Wasserdruck natürliche Springbrunnen von bis zu einem Meter Höhe.
Rocjá Pomtilá beherbergt eine reichhaltige Vogelwelt, mehr als 310 Arten wurden bisher nachgewiesen (Avendaño 2001, Eisermann 2001). Während unseres Besuches wird uns einer der lokalen Vogelkartierer (3 Q'eqchi' Bauern wurden für ein langfristiges Vogelmonitoring ausgebildet und führen monatliche Zählungen durch) begleiten zu den besten Beobachtungspunkten im Gebiet. Erleben Sie den hohen Artenreichtum wie die große Vogeldichte in einem Mosaik verschiedener Habitate: Regenwaldfragmente, Maisfelder, Kardamom- und Kakaokulturen sowie Sekundärvegetation in verschiedenen Entwicklungsstadien.
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| Zwergmotmot Hylomanes momotula. Foto/©: Knut Eisermann. |
Guatemala wird oftmals 'Land des ewigen Frühlings' bezeichnet. Die Natur bringt das ganze Jahr über Blüten und Früchte hervor. Das heiß dass die Tafel von Frucht- und Nektarfressern wie der Braunschwanzamazilie (Amazilia tzacatl), dem Türkisnaschvogel (Cyanerpes cyaneus), der Maskentityra (Tityra semifasciata), dem Halsbandarassari (Pteroglossus torquatus), Papageien wie dem Grauwangen- (Pionositta haematotis) und dem Glatzenkopfpapagei (Pionus senilis), Verwandten des Quetzals wie dem Schieferschwanztrogon (Trogon massena) immer reich gedeckt ist und diese Arten bei der Nahrungssuche beobachtet werden können.
Aufgrund der Lage von Rocjá Pomtilá am Fuße der durch das nördliche Guatemala verlaufenden Bergkette, kommen auch Arten vor, welche die Übergangszone zwischen Tieflandsebenen und Bergen bevorzugen. Mit etwas Glück können sie den Ruf des seltenen Kielschnabelmotmots (Electron carinatum) und den unterhaltsamen Gesang des Nachtigallzaunkönigs (Microcerculus philomela) hören. Beobachten Sie den Rostwürgerling (Thamnistes anabatinus), den Waldwürgerling (Dysithamnes mentalis), den Schieferameisenschlüpfer (Myrmotherula schisticolor) sowie den Kappennaschvogel (Chlorophanes spiza) und den Goldhähnchen-Waldsänger (Basileuterus culicivorus) in gemischten Artengruppen (mixed-species flocks). Am Ende eines beobachtungsreichen Tages haben Sie die Möglichkeit das Alltagleben der örtlichen Bauern in der Maya Q'eqchi' Gemeinde zu erleben. Die Q'eqchi' sind Guatemalas zweitgrößte Maya Sprachgruppe.
Erreichbarkeit und Unterkunft: Rocjá Pomtilá ist nicht in unseren Tourpaketen enthalten (nur kundenspezifische Reisen), da es nicht sehr komfortabel erreichbar ist und die Unterbringung Expeditionscharakter hat.
Rocjá Pomtilá ist via Schotter- und Erdstraße zu erreichen. Wir werden in einer sehr einfachen Hütte übernachten, ausgerüstet mit einfachen Betten und Hängematten. Fließend Wasser ist nicht vorhanden, die Benutzung von Brunnen- und Flusswasser ist üblich für den allgemeinen Gebrauch. Abgefülltes Trinkwasser wird reichlich vorhanden sein. Die Mahlzeiten werden von Frauen des Dorfes zubereitet, was Ihnen die Chance vermittelt, traditionelle, regional übliche Rezepte zu probieren. Diese Frauen haben Kochkurse erhalten, um Hygienestandards einzuhalten und um die Mahlzeiten nicht zu scharf zu bereiten. 
Wann ist die beste Zeit für einen Besuch in Rocjá Pomtilá? Ganzjährig.
Wie unterstützen Sie Naturschutz und Entwicklungshilfe in Rocjá Pomtilá? Rocjá Pomtilá ist eine kleine Maya Q'eqchi' Gemeinde (90 Familien), die v.a. vom Kardamomanbau zur Vermarktung und vom Maisanbau für den Eigenverbrauch lebt.
Die kürzlich aufgestellten Tourismusaktivitäten in Rocjá Pomtilá werden von der Gemeinde unterhalten. Initiativen zur Weiterentwicklung gehen von der Gemeinde aus. Mehrere Dorfbewohner haben spezielle Kurse erhalten, um als Toursitenführer, Köchinnen, und Vogelkartierer zu arbeiten. Rocjá Pomtilá wurde in den letzten Jahren von mehreren privaten Organisationen unterstützt, um nachhaltigen Tourismus sowie Handwerkskunst zu entwickeln, mit dem Ziel ein Zusatzeinkommen zu schaffen, den Lebensstandard zu heben, und den Nutzungsdruck auf den benachbarten Laguna Lachuá Nationalpark sowie das gemeindeeigene Regenwaldreservat zu senken. Ihr Interesse an dieser Region sowie Ihr finanzieller Beitrag während Ihres Besuches stellen eine signifikante Unterstützung dar im Prozess der Entwicklung eines Umweltbewusstseins in der Gemeinde. Durch Ihren Besuch verdeutlichen Sie den Einheimischen die Einmaligkeit ihres Regenwaldes, des für sie so normalen und vielleicht langweiligen Ambiente. Sie demonstrieren damit die Durchführbarkeit einer nachhaltigen Waldnutzung für die Schaffung eines Zusatzeinkommens.
Für die Vogelkartierer der Gemeinde wird Ihr Besuch ein weiterer Anreiz sein für die Fortführung ihrer wertvollen Arbeit, da sie einmal mehr erleben werden, dass sie mit dieser in der traditionellen Q'eqchi'-Welt "verrückt" anmutenden Tätigkeit, zu einer großen Ornithologenfamilie gehören. 